VDWS-Kitesurfinstructor Ausbildung
Ägypten El Gouna 28.02.-13.03.2008
Durch eine qualifizierte Ausbildung soll der künftige Kiteboarding Instructor in der Lage sein, kompetenten Unterricht an unterschiedlichen Schulstandorten und mit
verschiedenen Kitesurfsystemen zu organisieren und durchzuführen. Er soll den Schülern Spaß am Kitesurfen vermitteln und das dazu notwendige methodisch – didaktische Wissen erarbeiten, sowie erste
Unterrichtserfahrungen durch Unterrichtsversuche mit Kiteschülern machen und auswerten. Der Ausbildungslehrgang dauert incl. Prüfung 9 Tage. (mehr...)
Nach erfolgreicher Prüfung und Absolvierung des Praktikums ist der Teilnehmer berechtigt, sich "VDWS - geprüfter Kitesurf-Instructor" zu nennen und Prüfungen zum Kite-Grundschein abzunehmen.
Donnerstag 28.02.2008
Nach Tagen, die gespickt waren voller Stress, konnte ich mich nun endlich auf die bevorstehende Reise ins Land der Pyramiden einstellen.
Der Silversurfer holte mich pünktlich um 12:00 Uhr zu Hause ab und so sollte ein neues Abenteuer beginnen...
Der Check-In am Hamburg Airport Fuhlsbüttel, gestaltete sich da doch eher schwieriger als von mir gedacht. Nach anfänglichen Diskussionen ob es sich um Kitegepäck oder Golfgepäck handeln würde,
konnte ich die nette Dame am Air Berlin Schalter doch noch dazu überreden, meine zwei Travelbags als Golfgepäck zu deklarieren.
Nun ja bei einem Gewicht, von immerhin 68 Kg war diese Diskussionen eine äußerst lohnenswerte Angelegenheit. Zu meinem Übel durfte ich dann noch geschlagene 2 Std. auf die Boarding-Time
warten.
Endlich - der Takeoff...dem Himmel so nah.....
Nach einem ruhigen und schlafhaltigen Flug, landete ich pünktlich um 21:26h Local-Time auf dem Airport von Hurghada....
Nun begann, wie immer das Gedränge und Geschiebe um das Gepäck.
Dabei lerne ich Torsten kennen, der, wie sich später herausstellte, auch in meinem Team sein sollte. Auf der Suche nach unserem Transportmittel Richtung El Gouna machten wir uns auf den Weg...
Wie immer mit erheblichen Schikanen verbunden, aber wie ich wusste, für Ägypten völlig normal. Es war ja schließlich nicht mein erster Trip in die Wüste.
Nach einer abenteuerlichen aber lustigen Fahrt kamen wir endlich gegen 00:30h ins Captain’s In. Ein kleines einfaches aber nettes Hotel der mittleren Preisklasse.
Ach bevor ich es vergesse, nochmals vielen Dank an die deutschen Super Touri’s, die uns die Fahrt über sehr ermuntert haben...vielleicht hättet Ihr lieber ne Kaffeefahrt mit anschließender
Verkaufsschau buchen sollen....
Nach dem Check-In lernte ich auch gleich meinen schweizer Zimmergenossen René kennen.
René satte 60 Jahre alt, sah aus wie ein alter Seebär und wollte unbedingt mit seinen 60 Jahren noch seine Instructorausbildung machen... Respekt!!!
Freitag, 29.02.2008
Tag Eins... Nach dem wir uns an der Kitepower-Station eingefunden hatten ging es auch schon gleich in die Vollen. Einschreibung in den Lehrgang, Vorstellung der Kursteilnehmer und des Lehrteams.
Die Lehrteamer, bestehend aus Eddie Rummel, Tom Backhaus und Jörn Kappenstein. Diese waren schon ein guter Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Tage bevorstehen würde.
Nicht ihr Ruf als strenge Lehrer sondern der Ruf als „Feierschweine“ sollte es sein, der Ihnen vorauseilte und sich wie ein Lauffeuer herumsprach.
Nach Stations- und Reviereinweisung ging es erst mal für nette vier Stunden auf das Wasser. Endlich dachte ich, denn nach der 1 C° kalten Ostsee ein Wochenende zuvor, konnte ich nun das 28C°
warme, türkisblaue Wasser in der Lagune rocken. Herrlich, kann ich Euch nur sagen, was ich jedoch vom reich gespickten Unterrichtsplan nicht grade behaupten konnte...
Die nächsten Tage waren erfüllt von Theorie der besonderen Art.
Grundlagen des Kite-Surfens, Sicherheit, Organisationsformen, Unterrichtsplanung und Ziele, Fehlererkennung und Korrektur, Methodik und Didaktik, Aerodynamik und ganz sicher nicht zu vergessen
Party, Party, Party...
Der erste Tag verging wie im Fluge. Nachdem sich schon nach einigen Stunden herauskristallisierte, dass wir doch alle ein rundes und gutes Team werden würden, beschlossen wir gleich am Abend mal
zu schauen, was uns so Nettes im „Peanuts“ in der Marina von El Gouna erwarten würde.
Das Peanuts ist ein kleiner aber sehr stylischer Club in dem nette Housebeats gespielt werden und nicht zu vergessen, die vielen Erdnüsse, die zum Verzehr auf den Tischen stehen.
Es soll allerdings auch Lehrteamer gegeben haben, die es mit dem Verzehr nicht so ganz verstanden haben und sich mit den nette Dingern lieber sämtliche Körperöffnungen in der Kopfregion dekoriert
haben.... oder Eddie???
Wer die Wunderbar in Westerland auf Sylt kennt weiß was ich meine. Nüsse, Nüsse, Nüsse...
Eine perfekte Party mit allem was am nächsten Morgen dazu gehört...autsch!!!
Definition des Kite-Surfers:
Der gemeine „Kiter“ in seiner Rasse unter sich, ist und bleibt auch nur ein „Feierschwein“!
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, ist es zu späterer Stunde unvorstellbar die spezielle Gattung (Lat. Name) Kite-Surferus, von der Tanzfläche und der Getränkestelle weg zu denken.
Nur eine Mischung aus Ermüdung und leicht übertriebener Alkoholaufnahme macht es, zumeist in den frühen Morgenstunden möglich, ihn in seine gewohnte Umgebung zu bekommen.
Das sogenannte „Bett“, meist eine behelfsmäßige Liegevorrichtung aus Decken und Unterlegkeilen für das geschundene Haupt, dient der Krafttankung. Dort verweilt er meist bis in den frühen Mittag,
bevor er sich Hals über Kopf Brettfüssig, die Wasserwogen bezwingend, mit seinem „Kite“ in die Lüfte katapultiert.
Samstag, 01.03.2008
Für den Samstag stand am Vormittag neben der praktischen Fahrprüfung und freiem Fahren, nicht wirklich viel auf dem Stundenplan. Nachdem meine Gruppe nach kleinen organisatorischen
Startschwierigkeiten mit der Prüfung starten konnte, konnten alle die geforderten Anforderungen mit Leichtigkeit bewältigen.
Nachmittags: Theorie, Theorie und nochmals Theorie, was durch die vorherrschende Hitze im Unterrichtsraum nicht grad ein Zuckerschlecken war.
Auch dank der anderen netten Jungs & Deerns, die auf dem Wasser richtig abrockten, fiel uns das aufmerksame Lernen zunehmends schwerer.
Sonntag, Montag und Dienstag waren nichts anderes als trockene Theorie. Auch diese Tage waren aufgrund der Gruppe, die sich inzwischen zu einem Team der Superlative zusammengefunden hatte, ein
Kinderspiel.
Gegen Mittag des Dienstages gaben uns die lieben Herren Lehrteamer eine neue Herausforderung.
Unterrichtsplanung - ein neues Schlagwort, aufgeteilt in Plan A und Plan B, wobei diejenigen, die schon einmal einen Kite-Kurs unterrichtet hatten, zusammen in einer Gruppe sein sollten.
Eine Aufgabe, bei der ich mir sofort dachte, dass der anstehende Abend etwas länger werden würde.
Noch einmal vielen Dank an Tommy, Hein, Thalia, Flo und Torsten.
So war’s doch nen schöner, entspannter Abend im Innenhof unseres Hotels!
Hat jemand von Euch schon mal Havanna Club mit frischem Mangosaft getrunken???
Für dieses göttliche Getränk, welches an diesem Abend komplett vom Flo gesponsort wurde, einen dicken Daumen nach oben! “... DELICIOUS...“
Für Euch da draußen....unbedingt ausprobieren...!!!
Mittwoch, 05.03.2008
Müde und ziemlich verkatert, ging es gegen 08:30h, wie jeden Morgen mit dem Tok Tok zur Station.
Für die, die ein Tok Tok nicht kennen:
Es ist ein dreirädriges, überdachtes Mofa mit einem Fahrer, der seine Fahrerlaubnis irgendwo auf dem Bazar ersteigert hat - Angst pur...!!!
Für diesen Tag stand die vorbereitete Lehrübung auf dem Programm. Dies sollte die letzte Generalprobe vor der Lehrprobe darstellen, in der wir mit echten Schülern einen kompletten Kite-Kurs
abhalten sollten. Zu Beginn des Lehrgangs wurden wir durch unsere Lehrteamer darüber in Kenntnis gesetzt, dass wir im Laufe der ersten Tage, selbstständig auf Schülersuche gehen sollten, um für
unsere Lehrprobe genügend Schüler zu haben.
Die Lehrübung verlief super bis auf das, bereits nach knapp einer Stunde, der Wind gänzlich verschwunden war, sodass wir auf den inzwischen ausgearbeiteten Plan B ausweichen mussten.
Herrlich bei knapp 35 C° in der Wüste zu sitzen ohne einen Luftzug. Wie ich befürchtete, sollte diese Flaute nun mehrere Tage andauern.
Für den heutigen Abend stand ein schönes Bar-B-Q an der Kitestation mit anschließender Beachparty im Mangroovy Beach Club auf dem Plan. Bergfest auch genannt!!!
Ab ins Hotel, oder schnell noch mal mit dem Tok Tok nach Downtown, um für die bevorstehende Party genügend Bier zur Hand zu haben. Duschen, fertig und los zur Station.
Das Bar-B-Q, war der ober Hammer und lecker wie immer, der Sonnenuntergang in Kombination mit dem noch warmen Sand und die super chillige Atmosphäre in der Chillout -Area sorgten für eine schöne
Einstimmung auf eine fette Party.
... Die Party... ??? gut, besser, der absolute ober Kracher...!!!
... Der Morgen dannnach...??? total verschoben... besser wir gehen nicht näher auf das Thema ein...!!!
Donnerstag, 06.03.2008
Start, zum Glück aller erst um 10.30h und derTag der Lehrprobe.
Sich aufraffend und teilweise noch in der Chillout-Area liegend, versuchte ich, für die bevorstehende Lehrprobe, alle Kräfte meines Körper zu vereinen, um das Ding endlich hinter mich zu
bringen...
Lehrprobe mit Plan C... was ist das denn, dachten wir???
Wer hat denn was von Plan C gesagt???
Sollte es etwa wieder so ein Ding von unseren Lehrherren sein, um unsere Flexibilität zu testen???
Richtig, Flexibilität, das Schlagwort für diesen Tag.
Plan A - Geschichte, Plan B auch Geschichte, was sollte es auch anderes geben als Plan C...
Eine tolle Erfindung, die mir in der Lehrprobe einen theoretischen Unterricht über KVR (Kollisionsverhütungsregeln) beschwerte.
Die Lehrprobe verlief reibungslos und ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Und wie sollte es anders sein... Kein Wind...!
Freitag, 07.03.2008
Der Tag der Entscheidungen, an dem sich die Streu vom Weizen trennen sollte, war gekommen.
Pünktlich um 09:00h ging es los mit der Theorieprüfung.
Nach dem es mir am Abend zuvor, aufgrund von Müdigkeitserscheinungen nicht mehr gelang, mich in meinen Lernunterlagen zu vertiefen, hatte ich ein recht schlechtes Gefühl.
Nach 2 Stunden war’s endlich geschafft.
Bestanden oder durchgefallen... diese Frage stellte sich jeder aus unserem Team.
Wie schon so oft, mussten wir nun auf unsere Ergebnisse warten.
Da bis Dato von keiner einzigen Prüfung Ergebnisse verkündet worden waren, war sich keiner sicher ob er das angestrebte Ziel, wirklich erreicht hatte.
Stunden um Stunden vergingen und von den Lehrteamern fehlte jegliche Spur.
Es war Freitag, die 15. Stunde hatte geschlagen und die netten Herren Lehrteamer luden ein zum persönlichen Einzelgespräch.
...Bestanden....!!!
Nachdem alle Teilnehmer darüber in Kenntnis gesetzt worden waren, dass sie diesen Lehrgang bestanden hatten, gab es eine richtig gute Wasserschlacht in der Eddie, Tom und Jörn so richtig ihr Fett
bekommen haben.
Den Nachmittag ließen wir bei einem entspannten Blitzlicht (Lehrgangsreflextion) direkt an der Lagune ausklingen.
Die vorherrschende Stimmung kann in Worten nicht annähert beschrieben werden, aber mit einer so tollen Gruppe aus den unterschiedlichste Charakteren mit einem Alter von 19, Mitte 20 und 30, hinzu
40 und zu guter Letzt über 60 Jahre, kann ich für meinen Teil nur sagen, es war der absolute Wahnsinn so nette und interessante Leute kennen gelernt zu haben....
Für den Abend stand ganz klar die „Instructor-Party“ auf dem Plan, wo? Natürlich im Peanuts... wo denn sonst... Eine Party die nie hätte enden sollen...
Jungs & Deerns Ihr seit super... Es war ne geile Zeit mit Euch...!!!
Samstag 08.03.2008
Durchgemacht und ohne Schlaf ging es nach dem Frühstück und der Dusche direkt zur Station, wo uns immer noch eine schöne Flaute erwartete, was mich auch nicht wirklich störte, denn nach dieser
Party war’s auch bitter nötig mal Fünfe grade sein zu lassen.
Der Lehrgang war erfolgreich vorbei und nun blieben mir noch nette fünf Tage zum Ausspannen.
Sonntag und Montag war kein Wind. Montagabend fing es dann nach etlichen Spekulationen und Voraussagen endlich an zu Wehen. Mit der Hoffnung auf einen guten Dienstag, mit ausreichend Wind,
verschwand ich früh in meinem Bett um für den folgenden Tag fit zu sein.
Dienstag 11.03.2008
Siehe da, als ich morgens aufwachte traute ich meinen Augen kaum.
Wind... Wind... und noch viel mehr Wind...
Frühstück und Dusche, was ist das???
Gleich das erste Tok Tok geschnappt und ab zur Station... Der Hammer satte 38 Knoten warteten auf uns... Kites raus, aufbauen und wie die Verrückten ab aufs Wasser...
Es war der Hammer, super konstanter Wind, glattes Wasser, kaum kabbelig und für die Aufsteiger zu viel Wind, was für uns ausreichend Platz auf dem Wasser bedeutete.
So musste es auch sein, nach sechs Tagen ohne Wind. Zusammen mit einigen Jungs & Deerns aus dem Lehrgang rockten wir die Lagune bis spät in den Abend, sodass wir in völliger Dunkelheit unser
Material zusammenpacken mussten. Schön war’s....
Abend noch schnell in Downtown ne Pizza gezogen und ab in die Kiste...
Mittwoch 12.03.2008
Der Morgen verlief wie einen Tag zuvor, wieder Wind ohne Ende...
Bis Mittag war ich noch gut auf dem Wasser unterwegs, bevor ich so langsam ans Packen denken musste. Material waschen und verpacken, schauen das alles wieder richtig mit in die Heimat kommt. Die
ein oder andere Adresse und Telefonnummer austauschend, verbrachte ich die letzten Stunden an der Station und schaute den Glückspilzen zu, die noch einige Wochen länger bleiben durften.
Auch eine rundum tolle Zeit in Ägypten muss mal ein Ende haben.
Abend ging es noch mal richtig dekadent essen um die letzten bunten Zettel auszugeben...
Donnerstag 13.03.2008
Der Tag der Abreise war gekommen. René und ich wurden um 09:00h von Hotel zum Flughafen gebracht, wo der Check-In, zu meiner Verwunderung, diesmal ohne nennenswerte Zwischenfälle verlief.
Nach einer fragwürdigen Zwischenladung in Osnabrück, dem anschließenden Weiterflug richtung Hamburg mit einer sehr spektakulären Landung (seitliche Wind mit knapp 100Km/h) in Hamburg Fuhlsbüttel,
war ich dann doch froh, endlich wieder den heimatlichen Boden unter den Füssen gehabt zu haben.
Wenn ich die Zeit dort unten betrachte und mal den Lernstress vergesse, war es Alles in Allem eine wunderbare Zeit. Um das Kitesurfen auch in der Zukunft noch sicher zu machen, kann ich allen,
die Ihren Traum zum Beruf machen möchten nur ans Herz legen den Instructor-Lehrgang zu absolvieren.
...Gebt Laien-Lehrern keine Chance...Safty first!!!
Wir sehen uns auf dem Wasser,
Der Fabo
© F.Meyer-Kutta